1189
Nach dem Ersten Weltkrieg war Österreich weitgehend von seinen Kohlevorkommen abgeschnitten. Daher entschloss man sich bei den BBÖ bereits in den Zwanziger Jahren, die wichtigsten Strecken so schnell wie möglich zu elektrifizieren. Die Entwicklung von Elektrolokomotiven steckte damals noch in den Kinderschuhen, trotzdem gelang den Konstrukteuren der Wiener Lokomotivfabrik und BBC mit der Reihe 1100 ein großer Wurf. Die Lokomotiven wurden über Treibstangen angetrieben und erinnerten damit an die alte Dampflokzeit. Aufgrund der dreiteiligen Bauweise bürgerte sich für die Lokomotiven schnell der Spitzname „Krokodil“ ein. In weiterer Folge wurden die Loks dann als Reihe 1189 noch lange Zeit bei den ÖBB eingesetzt.
Für die Rampenstrecken der Arlbergbahn benötigte die BBÖ elektrisch angetriebene Schnellzuglokomotiven. Anfang der 1920er-Jahre gab es zum Stangenantrieb noch keine gangbare Alternative. Die Entscheidung fiel zugunsten einer Bauart nach schweizerischem Vorbild, der SBB Ce 6/8 II. Die Reihen 1100 und 1100.1 sind die einzigen „Krokodil“-Bauarten Österreichs. Im Unterschied zum Vorbild wurde ein etwas einfacherer Antrieb mit einer einzigen Treibstange gewählt, die sowohl die Blindwelle als auch die Treibräder verband. Um Unklarheiten vorzubeugen: Es gab natürlich insgesamt vier solche Treibstangen.